Berlin – Landesamt für Gesundheit und Soziales vom 17.02 2020 – 30.04.2020

Mit allen Sinnen Kunst erleben!

Deutschlands erste inklusive Wanderausstellung 2018 – 2021

Kunst für Menschenrechte – Kunst für Teilhabe     

Foto zeigt von links nach rechts: Franz Allert, Präsident des LaGeSo, Elke Breitenbach, Senatorin für Arbeit und Soziales und Gerd Miedthank, Vorsitzender Sozialdenker e.V.

©Sozialdenker e.V. 2020

Schirmherrin der Wanderausstellung „Inklusion im Blick“ 2018 -2021      

Schirmherrin der Wanderausstellung „Inklusion im Blick“ 2018-2021 ist Ulla Schmidt – Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D. und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe. (© Foto Laurence Chaperon, 2016)

Besucherinfos: Berlin – Landesamt für Gesundheit und Soziales vom 17.02 2020 – 31.03.2020 Turmstr. 21, Haus A, 10559 Berlin  Öffnungszeiten: Montag – Freitag: 9.00 – 16.00 Uhr Sonnabend, Sonn- und Feiertagen: Geschlossen 

weitere Infos: lageso.de 

Hauptstadtregion Seite 9 Neues Deutschland vom 18.02.2020 von Gwendolin Ott

Kunst, die alle anspricht
Elke Breitenbach lud zum gemeinsamen Rundgang in der Wanderausstellung »Inklusion
im Blick«, um die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung in der Kunst zu fördern.

Neugierig tastet der Mann mit einer Hand die Gummiplatte vor sich ab. Mit der anderen hält er seinen Blindenstock. Bei der Platte handelt es sich um ein Tastobjekt, dass das Gemälde an der Wand darüber für blinde Menschen zugänglich macht. Es ist nur eine der Lösungen,
die die Wanderausstellung »Inklusion im Blick« gefunden hat, um Menschen mit Behinderung eine bessere Teilhabe an Kunst und Kultur zu ermöglichen.
Die Berliner Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) war am Montagmorgen bei einer Führung durch die Schau dabei. »Die Zielsetzung ist, nicht nur über Inklusion zu reden, sondern auch einfach mal zu machen«, erklärt Gerd Miedthank, der Vorsitzende des verantwortlichen Vereins Sozialdenker zu Beginn des Rundgangs.

Dies gelingt mit verschiedenen Ansätzen: Auf dem Boden wurde ein Blindenleitsystem
aus Gummi installiert, die Broschüren zur Ausstellung sind in leichter Sprache verfasst, und
zu jedem Ausstellungsstück bietet eine Handy-App eine kurze Beschreibung und Erklärung.
Die bunt gemischten Besucher*innen scheinen sehr angetan.
Einer von ihnen findet es besonders gut, dass Menschen mit Behinderung sowohl abgebildet
werden als auch selbst Kunstwerke in der Ausstellung erstellt haben. So kommen auch andere Themen zum Vorschein, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit, zu der eine ertastbare Qualle aus Meeresabfällen aufruft. »Teils hätte man es besser machen können«, bemerkt
ein Besucher zu den Inklusionsansätzen.
»Es gibt ja immer Luft nach oben.« In seinen Augen sind einige der Tastobjekte zu klein.
Elke Breitenbach war vor allem von den »außergewöhnlichen« Aktbildern von Betroffenen der Contergan-Schädigungen der 60- er Jahre beeindruckt. Sie betont jedoch auch die Verantwortung, Menschen mit Behinderung mehr in die Politik einzubeziehen: »Menschen mit Behinderung gehören genauso zu Politik und Gesellschaft. Sie sind aber oft nicht in der Politik vertreten. Das zeigt auch die Ausgrenzung, die da existiert.«