Landtag Brandenburg vom 23. März 2021 – 17.Juni 2021

Ausstellung                

Schrift Inklusion im Blick als Bild

Deutschlands erste inklusive Wanderausstellung 2018 – 2022
Mit allen Sinnen Kunst erleben!

QR Inklusion im Blick
Titelbild Inklusion im Blick

Ausstellungseröffnung „Inklusion im Blick“ im Landtag Brandenburg

Gerd Miedthank erklärt der Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke warum der Sozialdenker e.V. diese Ausstellung konzipiert hat.

Die Wanderausstellung „Inklusion im Blick“ mit Kunstwerken, die für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind, ist vom 23. März bis zum 17. Juni im Foyer des Landtages Brandenburg zu sehen. Die Eröffnung durch Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke fand wegen der Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie als Fototermin mit Gerd Miedthank, dem Vorsitzenden des Vereins Sozialdenker e.V. ohne Gäste statt.  „Inklusion im Blick“ präsentiert Exponate von und mit Menschen mit Behinderungen.

Die Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke ertastet das Tastobjekt des Kunstwerkes „Rauf auf die Leiter“

Ein Teil der Ausstellung befasst sich exemplarisch mit dem Contergan-Skandal Anfang der 1960er-Jahre. Ein halbes Jahrhundert danach hat Regisseur Niko von Glasow zwölf Menschen in seinem Film „NoBody’s Perfect“ porträtiert. Die Botschaft des Films und der daraus entstandenen Bilder für die Ausstellung lautet: Im Vordergrund steht der Mensch und nicht die Behinderung. Damit reißen die Bilder die unsichtbare Barriere zwischen Betrachtern und Betrachteten ein. Sie schaffen Nähe. „NoBody’s Perfect“ – für wen gilt das nicht?                                                                                                                                    

Die Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke steht mit Herrn Miedthank vor dem Roll Up Inklusion im Blick. Herr Miedthank hat als Gastgeschenk in der rechten Hand einen Blumenstrauß und in der linken Hand zwei kleine Honiggläser vom Landtag Brandenburg.

In einem zweiten Teil der Ausstellung haben Künstlerinnen und Künstler, die in ihrer Lebenswirklichkeit Barrieren erleben, ihre Sicht zum Thema Inklusion dargestellt. Ihre Werke spiegeln gesellschaftliche Einschränkungen wieder. Die unterschiedlichen künstlerischen Aussagen erzählen dem Betrachter von einem Alltag voller Hindernisse und dem Zwang, die Hürden zu überwinden. Die Ausstellung „Inklusion im Blick“ soll Perspektiven zur Teilhabe aller Menschen in unserer Gesellschaft aufzeigen.

Sie soll provozieren, Anstoß zum Denken und Umdenken geben. Darüber hinaus ist es ihr Anliegen, die Bedeutung des Menschenrechts auf Teilhabe zu untermauern.

Die Ausstellung ist technisch und inhaltlich inklusiv. Dies ist Teil der Botschaft: Kunst ist für „alle“ da. Sie ist mit allen Sinnen wahrnehmbar.  Das heißt: Die Informationsebenen der ausgewählten Objekte sind in Brailleschrift,   in Leichter Sprache, in Deutscher Gebärdensprache (DGS) sowie als Audiodeskription verfügbar.

Aufgrund der Einschränkungen in Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie kann leider externen Besucherinnen und Besuchern momentan kein Zutritt zum Landtagsgebäude gewährt werden, allerdings besteht die Möglichkeit, online einen Eindruck von der Ausstellung zu erhalten: https://www.inklusion-im-blick.de und als virtuellen Rundgang auf unserer YouTube- Seite: Sozialdenker e.V.: https://www.youtube.com/channel/UCd9HKlwjxTMp_k27N2OzL9w

Über jegliche Änderungen dieser Regelungen werden Sie hier informiert:

https://www.inklusion-im-blick.de und https://www.landtag.brandenburg.de/sixcms/detail.php/971047

©Bilder Landtag Brandenburg2021                                                                                                                                      

Kunst für Menschenrechte – Kunst für Teilhabe

          Vorwort Sozialdenker e.V.

Diese Wanderausstellung betritt thematisch Neuland in Deutschland.

Zwölf Jahre nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN- BRK) ist die inklusive Gesellschaft mehr Vision als Wirklichkeit. Mehr als Stolpersteine und Stufen trennt eine unsichtbare Barriere in den Köpfen Behinderte und Nichtbehinderte.

Die Ausstellung „Inklusion im Blick“ will mit ihren Bildern und Exponaten diese Barrieren abbauen und zur Bewusstseinsbildung im Sinne der UN- BRK beitragen.

Anfang der Sechziger Jahre erschüttert einer der größten Arzneimittelskandale die Bundesrepublik Deutschland: Weit über 2000 Kinder kommen mit fehlenden oder fehlgebildeten Gliedmaßen auf die Welt. Verantwortlich dafür ist das Medikament Contergan, das vor allem Frauen in der Schwangerschaft als harmlos und unbedenklich empfohlen wurde.

Von Kindheit an müssen sich die Contergan Opfer an mehr oder minder verstohlene und verschämte Blicke gewöhnen. Ein halbes Jahrhundert nach dem Skandal haben sich zwölf

Menschen bewusst dazu entschieden, ihren Körper diesen Blicken preis-zugeben. „Die Mutigen“ nennt Regisseur Niko von Glasow die Protagonisten seines Films „NoBody’s Perfect“.

Er porträtiert Menschen, die ihren Weg gemacht haben trotz ihres Handicaps und er lädt ein hinzuschauen, weder verschämt noch verstohlen. Seine Bilder geben den Blick frei auf lebensbejahende Menschen, schlanke und wohlbeleibte, athletische und zierliche, in sich gekehrte und extrovertierte. Die ästhetischen Portraits spiegeln auf faszinierende Weise die Botschaft des Films: im Vordergrund steht der Mensch und nicht die Behinderung.

Niko von Glasows Bildern reißen die unsichtbare Barriere zwischen Betrachtern und Betrachteten ein. Sie schaffen Nähe. „NoBody‘s Perfect“- für wen gilt das nicht?

„Kunst kennt keine Behinderung“ – diese These der Aktion Mensch belegt der zweite Teil der Ausstellung. Im Mittelpunkt der Kunstwerke steht der Mensch im Zentrum der Gesellschaft. Künstlerinnen und Künstler, die in ihrer Lebenswirklichkeit Barrieren erleben, haben ihre Sicht zum Thema dargestellt. Die Bilder spiegeln gesellschaftliche Einschränkungen wieder.

Die unterschiedlichen künstlerischen Aussagen erzählen dem Betrachter von einem Alltag voller Hindernisse und dem Zwang, die Hürden zu überwinden. Die Ausstellung weitet den Blick auf das Thema Umwelt und die Verletzlichkeit „Aller“ durch sorglosen Umgang mit Natur und Ressourcen.

Unsere Wanderausstellung ist inhaltlich wie gestalterisch angelegt, das Bewusstsein entsprechend Artikel 8, der Zugänglichkeit nach Artikel 9, als Bildungsauftrag nach Artikel 24 und Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport nach Artikel 30 der UN- BRK zu verdeutlichen.

„Inklusion im Blick“ schafft einen Erfahrungsrahmen, damit der gesetzlich definierte Kulturauftrag im Nationalen Aktionsplan (NAP 2.0) für ALLE in Anspruch genommen werden kann.  „Inklusion im Blick“ verstärkt die Notwendigkeit der Qualifizierung von Fachkräften in Ausbildung und Studium zum Bereich Barrierefreiheit. Damit Kunst für alle Erfahrbar wird.

Sie verwirklicht die Zielvereinbarung, die Behindertenverbände mit dem Deutschen Museumsbund vertraglich geschlossen haben, die gerade durch die Bundesregierung im NAP 2.0 und den 16. Bundesländern durch ihre Aktionspläne, als gesellschaftlichen Auftrag mitgestaltet werden sollte.

Sozialdenker e.V. 2021

Schirmfrau der Wanderausstellung „Inklusion im Blick“ 2018 -2022      

Ein Bild von Ulla Schmidt

Schirmfrau der Wanderausstellung „Inklusion im Blick“ 2018-2021 ist Ulla Schmidt – Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D. und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe.

(© Foto Laurence Chaperon, 2016)

Schirmfrau der Ausstellung „Inklusion im Blick“ für den Landtag Brandenburg:

Das Bild zeigt Frau Prof. Dr. Ulrike Liedtke, Präsidentin des Landtages Brandenburg, links hinter ihr stehen die Europa-,Deutschland und Brandenburger Fahnen

Schirmfrau der Wanderausstellung „Inklusion im Blick“ für den Landtag Brandenburg vom 23.03.2021- 17.06.2021 Präsidentin des Landtages Brandenburg Frau Prof. Dr. Ulrike Liedtke .

(©Landtag Brandenburg, Stefan Gloede 2019)  

Broschüren, Links und Hinweise

Plakat Inklusion im Blick Brandenburg 2021

Flyer Inklusion im Blick barrierefreie PDF

Weitere Infos zum Film und  Buch „NoBody’s Perfect“:  Nobodysperfect-Film.de und das Buch_zum_Film

Deutsches Institut für Menschenrechte:          Broschuere_70_Jahre_AEMR

Deutsches Institut für Menschenrechte:           Broschuere_70_Jahre_AEMR

Verantwortlich: Christina Fuchs und Gerd Miedthank     © Sozialdenker e.V. 2021